Wiki - Bifaziale Solarmodule

Bifaziale Module

Ein bifaziales Modul (auch zweiseitiges Solarmodul genannt) ist eine hochentwickelte Art von Photovoltaik-Panel, das im Gegensatz zu herkömmlichen Modulen Licht von beiden Seiten aufnehmen kann. Kurz gesagt bezeichnet es eine Solartechnologie, die sowohl das direkte Sonnenlicht auf der Vorderseite als auch das vom Untergrund reflektierte Licht auf der Rückseite nutzt, um elektrischen Strom zu erzeugen.

Auf den Punkt gebracht: Während klassische Solarmodule eine undurchsichtige Rückseite haben, sind bifaziale Module oft als Glas-Glas-Konstruktion aufgebaut. Sie fangen auch das indirekte Licht ein, das vom Boden, von Wänden oder von Nachbardächern zurückgeworfen wird, und steigern so den Gesamtertrag der Anlage erheblich.

Wie funktionieren bifaziale Module?

Das Geheimnis bifazialer Solarmodule liegt in der beidseitigen Aktivität der Solarzellen sowie einer transparenten Rückseitenabdeckung (meist aus gehärtetem Glas). Wenn Sonnenlicht auf den Boden unter oder hinter den Modulen trifft, wird ein Teil dieses Lichts reflektiert. Diese Rückstrahlung nennt man in der Fachsprache "Albedo-Effekt".

Die speziell designte Rückseite des Moduls absorbiert diese reflektierten Lichtstrahlen und wandelt sie zusätzlich in Energie um. Je nach Beschaffenheit des Untergrunds und der Aufstellung der Module kann die Rückseite einen signifikanten Zusatzertrag (den sogenannten bifazialen Gain) generieren, ohne dass dafür mehr Dach- oder Freifläche beansprucht werden muss.

Die Vorteile und Einflussfaktoren im Überblick

Bifaziale Solarmodule gehören zu den wachstumsstärksten Technologien im PV-Sektor und bieten klare Vorteile:

  • Mehrertrag auf gleicher Fläche: Je nach Untergrund und Aufstellwinkel lässt sich der Energieertrag im Vergleich zu Standardmodulen um 5 % bis zu 25 % steigern.
  • Optimale Performance bei diffusem Licht: An bewölkten Tagen, wenn das Licht von allen Seiten gestreut wird, spielen zweiseitige Module ihre Stärken voll aus und liefern stabilere Ertragswerte.
  • Robuste Glas-Glas-Bauweise: Da die meisten bifazialen Module auf beiden Seiten mit Glas ausgestattet sind, weisen sie eine extrem hohe mechanische Belastbarkeit, Langlebigkeit und eine hervorragende Beständigkeit gegen Umwelteinflüsse auf.

Worauf sollte man bei der Planung und Installation achten?

Der zusätzliche Ertrag durch die Rückseite hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab: dem Untergrund und der Montage. Ein heller Untergrund (wie heller Kies, Flachdachfolien oder im Winter Schnee) reflektiert das Licht deutlich besser als ein dunkler, bewachsener Boden. Zudem benötigen die Module etwas Abstand zum Untergrund, damit das reflektierte Licht die Rückseite optimal erreichen kann.

Besonders effizient sind bifaziale Module daher bei aufgeständerten Flachdachanlagen, Freiflächenanlagen, Agri-PV-Projekten (Kombination aus Landwirtschaft und Solar) oder als vertikal aufgestellte Zaunanlagen mit Ost-West-Ausrichtung. Für anspruchsvolle B2B-Projekte bieten sie eine zukunftssichere Möglichkeit, die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Systemen zu maximieren.

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