Wiki - C10

C10 (C-Rate)

Die Bezeichnung C10 definiert einen spezifischen Kennwert für die Entladerate eines elektrochemischen Stromspeichers. Kurz gesagt gibt der Wert an, welche elektrische Kapazität eine Batterie aufweist, wenn sie über einen Zeitraum von exakt 10 Stunden kontinuierlich und gleichmäßig entladen wird.

Auf den Punkt gebracht: Die C-Rate (von engl. Capacity) beschreibt den Lade- oder Entladevorgang eines Speichers standardisiert und unabhängig von der reinen physikalischen Größe in Amperestunden (Ah) oder der Stromstärke in Ampere (A). Sie dient dazu, die tatsächliche Belastbarkeit und das Leistungsvermögen verschiedener Akkumulatoren direkt miteinander vergleichbar zu machen.

Hintergrund der C-Raten in der Praxis

Die entnehmbare Kapazität eines Energiespeichers ist physikalisch keine starre Konstante. Aufgrund von internen Verlusten und dem chemischen Innenwiderstand der Zellen sinkt die effektiv nutzbare Energiemenge, je schneller und mit je höheren Strömen ein Speicher entladen wird. Wird eine Batterie hingegen sehr langsam entladen, lässt sich ihr ein Maximum an Energie entnehmen.

Aus diesem Grund koppeln Hersteller die Kapazitätsangaben in Datenblättern an einen Zeitfaktor. Die mathematische Formel für die C-Rate lautet:

Cn = Kapazität (Ah) / Zeit (h)

Ein C-Koeffizient von 1C bedeutet, dass die Batterie theoretisch innerhalb von 1 Stunde komplett entladen oder geladen wird...

Rechenbeispiel und technische Bedeutung

Verfügt ein Solarspeicher über eine Nennkapazität von beispielsweise 200 Ah bei einer Rate von C10, bedeutet dies folgendes für den Betrieb:

  • Der Akku liefert über einen Zeitraum von 10 Stunden hinweg konstant einen Strom von 20 Ampere (200 Ah / 10 h = 20 A).
  • Würde man denselben Speicher stattdessen mit einer viel höheren Last belegen – beispielsweise bei einer Rate von C1 (Entladung in nur 1 Stunde mit 200 A) –, wäre die tatsächlich entnehmbare Kapazität aufgrund der internen Erwärmung und chemischer Limitierungen messbar geringer als die deklarierten 200 Ah.

Relevanz für moderne PV-Speichersysteme

In der Ära älterer Blei-Säure- oder Blei-Gel-Akkus war die Angabe von C-Raten wie C10 oder C20 für die Auslegung von Photovoltaikanlagen überlebenswichtig, da diese Technologien extrem empfindlich auf hohe Ströme reagierten und bei schneller Entladung massive Kapazitätsverluste erlitten.

Bei modernen Lithium-Eisenphosphat-Speichern (LiFePO4), die standardmäßig im heutigen Wohn- und Gewerbebau eingesetzt werden, hat sich die Relevanz verschoben. LiFePO4-Zellen sind mechanisch und chemisch so stabil, dass sie problemlos Raten von 0,5C bis 1C (vollständige Entladung in 1 bis 2 Stunden) bewältigen, ohne dass die Kapazität spürbar einbricht. Dennoch bleibt der C10-Wert in der B2B-Anlagenprojektierung ein wichtiger normierter Vergleichswert für Effizienzberechnungen. Die finale Dimensionierung der Batterie-Dauerleistung sowie die Abstimmung auf die maximalen Lastspitzen im Gebäude fallen in den planerischen Verantwortungsbereich des installierenden Fachbetriebs.

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