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Ertragsprognose

Eine Ertragsprognose ist die mathematische und datenbasierte Vorhersage darüber, wie viel elektrischen Strom eine Photovoltaikanlage in einem bestimmten Zeitraum (meist pro Jahr oder Monat) erzeugen wird. Kurz gesagt bezeichnet sie das theoretische Fundament jeder PV-Planung, das auf Basis von Standortdaten, technischen Komponenten und Ausrichtung die zukünftige Energieausbeute kalkuliert.

Auf den Punkt gebracht: Bevor der erste Euro investiert oder das erste Modul montiert wird, zeigt die Ertragsprognose schwarz auf weiß, was das geplante System leisten kann. Sie ist der wichtigste Indikator für die spätere Rentabilität und entscheidet maßgeblich darüber, ob sich ein Solarprojekt wirtschaftlich trägt.

Welche Faktoren fließen in eine Ertragsprognose ein?

Moderne Simulationsprogramme nutzen komplexe Algorithmen und historische Wetterdaten der letzten Jahrzehnte (z. B. von PVGIS oder dem Deutschen Wetterdienst), um ein realistisches Bild zu zeichnen. Eine präzise Ertragsprognose berechnet sich aus einer Vielzahl von Variablen:

  • Standort & Globalstrahlung: Die geografische Lage bestimmt, wie viele Sonnenstunden und wie viel Strahlungsenergie (in kWh pro Quadratmeter) im Jahresdurchschnitt am jeweiligen Ort ankommen.
  • Ausrichtung & Neigungswinkel: Der Winkel, in dem die Solarmodule zur Sonne stehen (z. B. eine Neigung von 30° mit exakter Südausrichtung für maximale Spitzenerträge oder eine Ost-West-Aufstellung für eine gleichmäßigere Verteilung über den Tag).
  • Technische Systemverluste: Keine Anlage arbeitet verlustfrei. Eine seriöse Prognose kalkuliert den Wirkungsgrad der Wechselrichter, Leistungsverluste durch Kabel, temperaturbedingte Leistungsminderungen der Zellen im Sommer sowie Verschattungen durch Bäume, Gauben oder Nachbargebäude (Systemverlust-Faktor) direkt mit ein.

Bedeutung für die Wirtschaftlichkeit und B2B-Kalkulation

Die Ertragsprognose liefert den jährlichen Erwartungswert in Kilowattstunden (kWh) pro installierter Kilowatt-Peak-Leistung (kWp). In Deutschland liegt dieser Wert bei fachgerechter Planung im Schnitt zwischen 850 und 1.100 kWh pro kWp und Jahr.

Für Solarteure, Projektplaner und B2B-Partner ist dieser Wert die absolute Pflichtlektüre. Gekoppelt mit dem Lastprofil des Kunden (wann wie viel Strom verbraucht wird) lässt sich erst durch die Ertragsprognose ermitteln, wie hoch die zukünftige Eigenverbrauchsquote, der Autarkiegrad und letztendlich die exakte Amortisierungszeit des Gesamtsystems ausfallen werden. Sie dient Banken und Investoren zudem als verlässliche Sicherheit für die Finanzierung von Großprojekten.

Soll und Ist: Überwachung im laufenden Betrieb

Einmal erstellt, verliert die Ertragsprognose nach dem Bau nicht an Bedeutung. Im Gegenteil: Sie dient im täglichen Monitoring der PV-Anlage als "Soll-Wert". Weichen die real gemessenen Erträge (Ist-Werte) über einen längeren Zeitraum massiv nach unten von der Prognose ab, ist das ein klares Alarmsignal für technische Probleme, wie beispielsweise den Ausfall eines Strings, extreme Verschmutzungen der Module oder einen Defekt im Wechselrichter. Erstklassige Komponenten stellen sicher, dass die prognostizierten Werte über Jahrzehnte hinweg zuverlässig erreicht und oft sogar übertroffen werden.

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