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Rayleigh-Streuung

Die Rayleigh-Streuung ist ein physikalischer Effekt aus der Optik, der die Streuung von elektromagnetischen Wellen (wie dem Sonnenlicht) an Teilchen beschreibt, die deutlich kleiner sind als die Wellenlänge des Lichts selbst. Kurz gesagt handelt es sich um die Interaktion des Lichts mit den Gasmolekülen (vor allem Stickstoff und Sauerstoff) der Erdatmosphäre, welche maßgeblich die spektrale Zusammensetzung des Tageslichts beeinflusst.

Auf den Punkt gebracht: Die Rayleigh-Streuung ist der physikalische Grund, warum der Himmel tagsüber blau erscheint und sich das Sonnenlicht bei Bewölkung oder flachem Sonnenstand rötlich-orange verfärbt. Für die Photovoltaik ist dieser Effekt von großer Bedeutung, da er das eintreffende Lichtspektrum und den Anteil der diffusen Strahlung je nach Tages- und Jahreszeit stark verändert.

Physikalische Gesetzmäßigkeit

Das entscheidende Merkmal der Rayleigh-Streuung ist ihre extreme Wellenlängenabhängigkeit. Die Intensität des gestreuten Lichts verhält sich umgekehrt proportional zur vierten Potenz der Wellenlänge:

I ∝ 1 / λ4

Das bedeutet, dass kurzwelliges (blaues und violettes) Licht etwa viermal so stark gestreut wird wie langwelliges (rotes) Licht. Wenn das Sonnenlicht die klare Atmosphäre durchdringt, wird der blaue Anteil millionenfach in alle Richtungen abgelenkt und strahlt als diffuses Himmelslicht vom gesamten Horizont, während das rote Licht weitgehend ungehindert als Direktstrahlung den Boden erreicht.

Auswirkungen auf den Ertrag von Photovoltaikanlagen

Die atmosphärische Filterung durch die Rayleigh-Streuung hat direkten Einfluss auf die Leistung und Auslegung von Solarsystemen:

  • Verschiebung des Lichtspektrums: Am Morgen und Abend sowie im Winter steht die Sonne sehr flach. Das Licht muss einen extrem langen Weg durch die Atmosphäre zurücklegen. Durch die Rayleigh-Streuung wird der blaue Anteil fast vollständig herausgefiltert, sodass am Boden fast nur noch langwelliges, rötliches Licht ankommt.
  • Entstehung von diffusem Licht: Selbst an vollkommen wolkenlosen Tagen sorgt die Rayleigh-Streuung dafür, dass ein Teil der Globalstrahlung nicht direkt, sondern diffus auf die Module trifft. In feuchteren oder staubigeren Luftschichten geht dies fließend in die sogenannte Mie-Streuung (an größeren Partikeln) über.

Technologische Relevanz bei der Modulauswahl

Weil das Farbspektrum des Lichts über den Tag hinweg wandert, müssen Solarzellen so konzipiert sein, dass sie eine möglichst breite spektrale Empfindlichkeit aufweisen.

Ältere Zelltechnologien verloren bei stark verschobenen Blaulicht-Anteilen (wie sie bei winterlichem, diffusem Himmelslicht vorherrschen) massiv an Effizienz. Moderne **N-Type TOPCon-Solarmodule** sowie **Heterojunktion-Zellen (HJT)** sind im Bereich der Zelloberfläche und Passivierung gezielt so optimiert, dass sie sowohl die kurzwelligen, gestreuten Photonen des blauen Spektrums als auch das langwellige rote Licht der Abendsonne hocheffizient einfangen können. Dies sorgt für das hervorragende Schwach- und Streulichtverhalten im mitteleuropäischen Raum. Die exakte Standort- und Spektralanalyse zur Ertragsprognose fällt in den Verantwortungsbereich des planenden Fachbetriebs.

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